07.07.26

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Geocaching und Sondeln: Zwei Hobbys, eine Leidenschaft fürs Suchen

Dieser Beitrag entstand auf Grund eines unserer wöchentlichen Cartoons, wo Geocaching thematisiert wurde (siehe untenstehendes Bild). Der Autor selbst ist auch Sondler und Geocacher.


Geocacher mit Metalldetektor

Hast du beim Sondeln auch schon einmal zufällig eine kleine Dose, einen PETling, eine Filmdose oder einen anderen gut versteckten Behälter gefunden und dich gefragt: Was ist das denn?

Manchmal ist es einfach ein „Schatz“, den Kinder versteckt haben. Es könnte aber auch gut sein, dass du über einen Geocache gestolpert bist. Auf den ersten Blick sieht so ein Cache manchmal aus wie ein verlorener Gegenstand, ein merkwürdiges Versteck oder einfach eine kleine Dose mitten im Wald. Tatsächlich steckt dahinter aber ein weltweit verbreitetes Outdoor-Hobby: Geocaching.

Und obwohl Geocaching und Sondeln zwei ganz unterschiedliche Beschäftigungen sind, haben sie mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt. Beide führen nach draussen, beide wecken den Entdeckergeist und bei beiden geht es um diese besondere Freude am Suchen und Finden.


Was ist Geocaching?

Geocaching ist eine Art moderne Schatzsuche mit GPS-Koordinaten. Dabei verstecken Geocacher kleine oder grössere Behälter, sogenannte Caches, und veröffentlichen deren Koordinaten auf speziellen Geocaching-Plattformen (geocaching.com). Andere Geocacher können diese Koordinaten dann mit dem Smartphone oder einem GPS-Gerät aufsuchen und versuchen, den Cache vor Ort zu finden.

In einem klassischen Cache befindet sich mindestens ein Logbuch oder Logstreifen. Wer den Cache findet, trägt sich dort mit seinem Geocaching-Nickname ein. Danach wird der Cache wieder verschlossen und genau dort versteckt, wo er gefunden wurde. Zusätzlich wird der Fund auch noch online geloggt.

Wichtig ist: Ein Geocache ist kein Fundstück zum Mitnehmen. Er gehört zum Spiel und soll auch für die nächsten Suchenden wieder auffindbar bleiben.


Was haben Sondeln und Geocaching gemeinsam?

Sondeln und Geocaching sind unterschiedliche Hobbys, aber beide sprechen Menschen an, die gerne draussen unterwegs sind und Freude am Entdecken haben.

Beim Sondeln sucht man mit dem Metalldetektor nach metallischen Objekten im Boden. Beim Geocaching sucht man anhand von Koordinaten, Hinweisen oder Rätseln nach einem versteckten Behälter. Die Methoden sind verschieden, aber das Gefühl ist ähnlich: Man ist unterwegs, achtet auf Details, liest die Umgebung und freut sich über jeden erfolgreichen Fund.

Gemeinsam ist beiden Hobbys zum Beispiel:

  • man ist draussen in der Natur unterwegs
  • man entdeckt neue Orte
  • man braucht Geduld und Aufmerksamkeit
  • man entwickelt einen Blick für Details
  • man erlebt kleine Erfolgsmomente
  • man verbindet Bewegung, Neugier und Abenteuer

Viele Sondler kennen dieses Gefühl: Man geht eigentlich wegen eines bestimmten Suchgebiets los und entdeckt unterwegs etwas völlig Unerwartetes. Genau diese Mischung aus Planung und Überraschung macht auch Geocaching für viele Menschen spannend.


Wo findet man Informationen zu Geocaching?

Die bekannteste Plattform für Geocaching ist Geocaching.com. Dort findet man Caches auf der ganzen Welt, inklusive Koordinaten, Beschreibungen, Hinweisen, Schwierigkeitswertungen und Online-Logs anderer Suchender. Auch die offizielle Geocaching-App wird häufig genutzt.

Daneben gibt es weitere Plattformen und Communitys, zum Beispiel Opencaching. Auch lokale Gruppen, Foren oder Events können spannend sein, wenn man mehr über das Hobby erfahren oder andere Geocacher kennenlernen möchte.

Für den Einstieg reicht in der Regel ein Smartphone. Wer häufiger in abgelegenen Gebieten unterwegs ist, nutzt manchmal zusätzlich ein GPS-Gerät. Gerade für Einsteiger sind einfache Caches in der Nähe ideal, um das Prinzip kennenzulernen.


Typische Begriffe beim Geocaching

Wie viele Hobbys hat auch Geocaching seine eigenen Begriffe. Einige davon begegnen einem sehr schnell:

Cache/Geocache
Der versteckte Behälter der gesucht wird.

Owner
Die Person, die einen Cache versteckt, veröffentlicht und pflegt.

Listing
Die Online-Beschreibung eines Geocaches. Dort stehen Koordinaten, Hinweise, Schwierigkeitsgrad, Gelände-Wertung und weitere Informationen.

Logbuch
Das kleine Buch oder der Logstreifen im Cache. Wer den Cache findet, trägt sich dort ein.

Loggen
Das Eintragen des Fundes. Der Eintrag muss im physischen Logbuch vor Ort und zusätzlich online auf der Plattform geschehen.

Muggle
Als „Muggle“ oder „Muggel“ werden Menschen bezeichnet, die nicht aktiv Geocaching betreiben oder zufällig auf einen Cache stossen. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Harry-Potter-Welt und meint dort Menschen ohne magische Fähigkeiten. Beim Geocaching sind damit einfach Aussenstehende gemeint, die nicht Teil des Spiels sind.

TFTC
Abkürzung für „Thanks for the Cache“, also „Danke für den Cache“. Das schreiben viele Geocacher in ihre Online-Logs.

Final
Der endgültige Fundort, an dem die Dose liegt. Vor allem bei Rätsel- oder Multi-Caches muss man diesen Ort erst herausfinden.


Welche Cachearten gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Geocaches. Für den Einstieg sind vor allem diese Cachetypen interessant:


Traditional Cache
Der Traditional Cache, oft einfach „Tradi“ genannt, ist die klassische und einfachste Form. Die angegebenen Koordinaten führen direkt zum Versteck. Dort sucht man die Dose, trägt sich ins Logbuch ein und versteckt sie wieder genau so, wie man sie gefunden hat. Tradis eignen sich besonders gut für Einsteiger, weil man das Prinzip des Geocachings schnell versteht.


Multi-Cache
Ein Multi-Cache besteht aus mehreren Stationen. Man startet an den angegebenen Koordinaten und findet dort Hinweise, Zahlen oder Aufgaben, die zur nächsten Station führen. Am Ende gelangt man zum Final, also zur eigentlichen Dose.
Multi-Caches können kleine Spaziergänge, aber auch längere Touren sein. Oft lernt man dabei interessante Orte, Sehenswürdigkeiten oder besondere Landschaftspunkte kennen.


Mystery- oder Rätselcache
Bei einem Mystery-Cache sind die veröffentlichten Koordinaten meist nicht direkt der Fundort. Zuerst muss ein Rätsel gelöst werden. Das kann ein Zahlenrätsel, ein Logikrätsel, ein Bilderrätsel oder auch etwas ganz anderes sein. Erst durch die Lösung erhält man die richtigen Koordinaten für den Cache. Diese Cacheart ist besonders spannend für Menschen, die gerne knobeln und kombinieren.


Event Cache
Ein Event Cache ist kein klassischer versteckter Behälter, sondern ein Treffen von Geocachern. Dort tauscht man sich aus, lernt andere Suchende kennen und kann Erfahrungen teilen.


EarthCache
Ein EarthCache führt an einen geologisch interessanten Ort. Hier gibt es normalerweise keine Dose. Stattdessen beantwortet man Fragen zum Ort, zur Landschaft oder zur Geologie. Diese Cacheart eignet sich besonders gut, wenn man gerne draussen unterwegs ist und dabei etwas über Natur und Erdgeschichte lernen möchte.


Welche Cachegrössen gibt es?

Geocaches können sehr unterschiedlich aussehen. Manche sind winzig klein, andere gross genug für kleine Tauschgegenstände. Gerade wenn man beim Sondeln zufällig auf so einen Behälter stösst, kann es hilfreich sein, typische Grössen und Formen zu kennen.


Nano
Ein Nano-Cache ist extrem klein. Oft handelt es sich um winzige magnetische Behälter, in denen nur ein sehr schmaler Logstreifen Platz hat. Solche Caches findet man häufig an Schildern, Geländern oder anderen metallischen Stellen.


Micro
Micro-Caches sind klein, aber etwas grösser als Nanos. Typische Beispiele sind Filmdosen, PETlinge oder kleine Magnetbehälter. Auch hier ist meist nur Platz für einen Logstreifen.


Small
Small-Caches sind kleine Dosen, zum Beispiel Kunststoffboxen oder kleine Schraubbehälter. Sie bieten oft Platz für ein Logbuch und vielleicht einen kleinen Tauschgegenstand.


Regular
Regular-Caches sind grössere Behälter. Das können grössere Kunststoffboxen, stabile Dosen oder auch Munitionskisten sein. In solchen Caches ist meist Platz für ein Logbuch, Stift und mehrere Tauschgegenstände.


Large
Large-Caches sind grosse Behälter wie Kisten, Eimer oder grössere Spezialverstecke. Sie sind seltener, können aber besonders eindrucksvoll sein.


Other
Manche Caches passen in keine klassische Grössenangabe. Sie können als Fake-Stein, Vogelhaus, Schraube, Aststück, Rohr, Magnetdose oder kreative Tarnung gestaltet sein. Gerade solche Verstecke machen Geocaching besonders abwechslungsreich.


Was sind Tauschgegenstände?

In manchen Geocaches befinden sich neben dem Logbuch auch kleine Tauschgegenstände. Das können zum Beispiel Figuren, Schlüsselanhänger, Murmeln, kleine Spielzeuge, Anstecker oder andere kleine Gegenstände sein.


Die Idee dahinter ist einfach: Wer etwas aus dem Cache mitnimmt, legt im Gegenzug etwas Gleichwertiges oder Schöneres hinein. So bleibt die Dose auch für die nächsten Finder spannend. Besonders für junge Cacherinnen und Cacher können solche kleinen Schätze eine grosse Motivation sein, nach draussen zu gehen und sich auf die Suche zu machen.


Wichtig ist aber: Nicht jeder Gegenstand in einem Cache ist automatisch ein Tauschgegenstand.


Sogenannte Geocoins und Travelbugs sind keine normalen Tauschgegenstände. Das sind reisende Gegenstände mit einem eigenen Code, die von Cache zu Cache wandern sollen. Oft haben sie ein bestimmtes Ziel, zum Beispiel ein anderes Land, eine bestimmte Region oder möglichst viele Kilometer zurückzulegen.


Wenn du eine Geocoin oder einen Travelbug findest, darfst du sie also nicht einfach behalten. Wer aktiv geocacht und online loggt, kann solche Gegenstände mitnehmen, online entsprechend eintragen und in einem anderen Cache wieder ablegen. Wer nur zufällig auf einen Cache stösst, sollte Geocoins und Travelbugs am besten in der Dose lassen, damit sie ihre Reise fortsetzen können.


Was bedeutet die D-/T-Wertung?

Jeder Geocache hat in der Regel eine D-/T-Wertung. Diese Bewertung hilft einzuschätzen, wie schwierig ein Cache ist und welches Gelände einen erwartet.


D steht für Difficulty, also die Schwierigkeit. Sie beschreibt, wie schwer der Cache zu finden ist oder wie anspruchsvoll ein Rätsel ist.


T steht für Terrain, also das Gelände. Diese Wertung zeigt, wie einfach oder schwierig der Weg zum Cache ist.


Beide Werte werden üblicherweise auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen angegeben.


Ein Cache mit D1 / T1 ist sehr einfach zu finden und leicht erreichbar. Solche Caches eignen sich gut für Anfänger, Familien oder einen schnellen Einstieg.


Ein Cache mit D3 / T3 kann schon deutlich anspruchsvoller sein. Vielleicht ist die Dose gut getarnt, das Rätsel kniffliger oder das Gelände etwas schwieriger.


Ein Cache mit D5 / T5 gehört zur höchsten Schwierigkeitsstufe. Hier kann ein sehr schwieriges Rätsel, besondere Ausrüstung oder ein anspruchsvolles Gelände im Spiel sein. Bei einer hohen Terrain-Wertung können zum Beispiel Klettern, Boot, lange Wanderungen oder andere besondere Herausforderungen dazugehören.


Für den Anfang empfiehlt es sich, mit einfachen Traditional Caches und niedriger D-/T-Wertung zu starten.


Sind Geocaches vergraben?

Nein. Geocaching ist keine Suche nach vergrabenen Gegenständen. Ein Cache sollte so versteckt sein, dass man ihn ohne Graben, ohne Beschädigung der Umgebung und ohne Werkzeug finden kann.


Das ist ein wichtiger Unterschied zum Sondeln. Beim Sondeln kann es je nach Erlaubnis, Gebiet und Gesetzeslage darum gehen, Signale im Boden zu untersuchen. Beim Geocaching hingegen wird nicht gegraben. Gesucht wird mit Koordinaten, Hinweisen, Beobachtung und manchmal etwas Kombinationsgabe.


Wenn du also beim Sondeln auf eine Dose stösst, die wie ein Geocache aussieht, solltest du sie nicht ausgraben, versetzen oder mitnehmen. Häufig sind Geocaches bewusst so platziert, dass sie für Eingeweihte auffindbar, für Aussenstehende aber unauffällig sind.


Was tun, wenn du beim Sondeln einen Geocache findest?

Wenn du zufällig einen Geocache findest, ist das kein Problem. Auch ein „Muggle“, also jemand, der nicht aktiv Geocaching betreibt, darf sich natürlich ins Logbuch eintragen. Viele Cache-Owner freuen sich sogar über freundliche Zufallsfunde, solange mit der Dose respektvoll umgegangen wird.


Am besten gehst du so vor:


Öffne die Dose vorsichtig, falls sie sich eindeutig als Geocache erkennen lässt. In vielen Caches findest du ein Logbuch, einen Logstreifen oder einen Hinweiszettel, der erklärt, worum es geht. Du darfst dich dort gerne mit deinem Namen, Spitznamen oder einem kurzen Gruss eintragen.


Wichtig ist danach: Lege alles wieder so zurück, wie du es vorgefunden hast. Verschliesse die Dose gut, damit kein Wasser eindringen kann. Und verstecke sie wieder genau an derselben Stelle und genau so, wie du sie gefunden hast.


Bitte verstecke den Cache nicht an einem anderen Ort. Auch dann nicht, wenn du denkst, dass ein anderes Versteck besser wäre. Und bitte verstecke ihn auch nicht „noch besser“, tiefer, weiter hinten oder schwieriger erreichbar. Der Owner hat den Ort und die Tarnung bewusst gewählt. Wenn ein Cache anders platziert wird, können die Koordinaten, Hinweise oder die Schwierigkeit nicht mehr stimmen.


Kurz gesagt: anschauen, eintragen, respektieren und unverändert zurücklegen.


Fairness, Natur und Respekt

Sowohl beim Sondeln als auch beim Geocaching gilt: Rücksicht ist entscheidend.


Achte auf Natur, Tiere, Pflanzen, Privatgrundstücke und lokale Regeln. Gehe sorgsam mit Wegen, Wiesen, Wald und Boden um. Hinterlasse keinen Müll und nimm nichts mit, was nicht dir gehört. Wenn du beim Sondeln unterwegs bist, gelten natürlich weiterhin die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben, Bewilligungen und Regeln für dein Suchgebiet.


Auch Geocacher achten darauf, möglichst unauffällig zu suchen. Denn wenn ein Cache von Unbeteiligten entdeckt, beschädigt oder entfernt wird, ist er für die nächsten Suchenden verloren.


Fazit: Zwei Wege, dieselbe Freude am Entdecken

Sondeln und Geocaching sind nicht dasselbe, aber sie haben einen gemeinsamen Kern: die Freude am Suchen, Entdecken und Draussensein.


Beim Sondeln führt dich der Metalldetektor zum Signal. Beim Geocaching führen dich Koordinaten, Hinweise und ein aufmerksamer Blick zur Dose. Beides kann dich an Orte bringen, die du sonst vielleicht nie besucht hättest.


Wenn du also beim nächsten Sondelgang eine kleine Dose, einen PETling oder einen gut versteckten Behälter findest, könnte es ein Geocache sein. Dann gilt: nicht mitnehmen, nicht versetzen und nicht „besser“ verstecken. Du darfst dich gerne als Zufallsfinder oder Muggle ins Logbuch eintragen. Danach verschliesst du die Dose wieder sorgfältig und versteckst sie exakt so und exakt dort, wie du sie gefunden hast. So bleibt der Cache erhalten – und die nächste suchende Person kann sich ebenfalls über ihren kleinen Fundmoment freuen.



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